Wenn Handwerk auf japanische Präzision trifft

Ofenbauer Alexander Schwarz reist für den fachlichen Austausch bis nach Japan

Für Alexander Schwarz war die Reise nach Japan keine spontane Idee, sondern ein bewusst geplanter Schritt. Der Inhaber von Kachelofenbau Schwarz ist seit vielen Jahren fasziniert von der japanischen Kultur – von der Höflichkeit der Menschen, der Liebe zum Detail und dem hohen Anspruch an Qualität. Gleichzeitig reizte ihn die Frage, wie Ofenbauer auf der anderen Seite der Welt arbeiten. Also machte sich der Allgäuer Handwerksmeister auf den Weg – gemeinsam mit einem Kollegen aus Norddeutschland.

Ursprünglich hatten die beiden sogar geplant, vor Ort gemeinsam Öfen zu bauen. Doch schnell stellte sich heraus, dass die örtlichen Gegebenheiten – insbesondere die Beschaffenheit der Böden – dafür nicht geeignet waren. Kurzerhand entwickelte sich aus der ursprünglichen Idee etwas anderes: eine Art internationale Fachtagung unter Ofenbauern. In der Nähe von Nagano trafen sich japanische Ofensetzer, Händler und Handwerker, um sich über Bauweisen, Materialien und Konzepte auszutauschen. Drei Tage lang standen fachliche Details im Mittelpunkt – vom klassischen Grundofen bis hin zu Herdanlagen, die heute selbst in Deutschland nur noch selten gebaut werden. Während der Kollege aus Norddeutschland erklärte, wie dort traditionelle Ofenanlagen entstehen, stellte Alexander Schwarz seine Herangehensweise aus Süddeutschland vor. Gemeinsam analysierte man Planungen, diskutierte Bauweisen und ging Schritt für Schritt durch, wie einzelne Anlagen aufgebaut werden.

Besonders spannend für die deutschen Gäste waren die besonderen Anforderungen in Japan. Dort muss jede Konstruktion vor allem eines sein: erdbebensicher. Entsprechend unterscheiden sich Planung und Ausführung teilweise deutlich von europäischen Standards. Die japanischen Gastgeber präsentierten detaillierte Baupläne und erklärten ihre technischen Lösungen – ein intensiver Einblick in eine ganz eigene Handwerkskultur. Genau dieser Austausch war es, der Alexander Schwarz besonders beeindruckte. „Niemand wollte zeigen, dass er besser ist“, erzählt er rückblickend. „Wir waren einfach Handwerker, die ihren Beruf lieben und voneinander lernen wollten.“

Ein weiterer Programmpunkt führte die Gruppe zu einem der wichtigsten Importeure für Kamineinsätze in Japan. Dort trafen Händler und Ofensetzer aus verschiedenen Regionen zusammen. Dank moderner Technik lief die Verständigung erstaunlich unkompliziert: Alles, was am Tisch gesprochen wurde, erschien in Echtzeit übersetzt auf großen Bildschirmen. Auch Tokio stand auf dem Programm. Dort besuchte Schwarz eine Organisation regionaler Ofensetzer, die sich stark auf hochwertige Designkamine spezialisiert hat. Viele Anlagen dort sind luxuriöse Einzelstücke – architektonische Elemente, die weit über ihre Funktion als Wärmequelle hinausgehen.

Doch nicht nur fachlich hinterließ die Reise Eindruck. Für Alexander Schwarz ist Japan längst mehr als nur ein interessantes Reiseziel. Es ist ein Land, das ihn seit Jahren begeistert. Besonders beeindruckt ihn die Haltung der Menschen: Respekt, Höflichkeit und Rücksicht prägen den Alltag. Selbst in der Millionenmetropole Tokio herrscht eine erstaunliche Ruhe. Niemand drängelt, kaum jemand hupt – jeder achtet darauf, andere nicht zu stören. Auch sprachlich hat sich Schwarz vorbereitet. Außerhalb der großen Städte wird kaum Englisch gesprochen, deshalb hat er begonnen, Japanisch zu lernen. „Wenn man sich auf das Land einlässt und ein paar Worte spricht, öffnen sich ganz andere Türen“, sagt er. Neben den Fachterminen blieb auch Zeit, das Land kennenzulernen – historische Schlösser, regionale Spezialitäten und Begegnungen mit Menschen aus aller Welt. Australier, Koreaner, Engländer – sie alle verband die gleiche Leidenschaft für das Handwerk. Für Alexander Schwarz steht fest: Der Blick über den eigenen Tellerrand ist für Handwerker unverzichtbar. Neue Eindrücke, andere Bauweisen und frische Ideen können die eigene Arbeit bereichern.

Oder, wie er es mit einem Zitat von Henry Ford formuliert:

„Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

Und genau deshalb wird es für ihn sicher nicht die letzte Reise nach Japan gewesen sein.

Schwarz Kachelofenbau GmbH

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