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Der Influencer von „nebenan“

Dario Carlucci. Ein Mann mit Präsenz.

- Anzeige - | Text: Marcel Reiser | Fotos: Simon Mellar

Ich befinde mich in der Bahn. Regionalexpress von Kempten nach München. Mit im Gepäck: Stift, Notizblock und eine gehörige Portion einer Mischung aus Neugier und Vorfreude. Über zehn Jahre ist es her, dass wir uns zum letzten Mal persönlich gesehen haben. Seither ist viel passiert.

Bei mir auch, aber vor allem bei Dario Carlucci. Mein Fußballkumpel und Freund von früher hat als angesagtes Model mit Kampagnen in der GQ oder Instyle die Welt bereist. Heute arbeitet er in der Sales-Branche, modelt nebenbei und ist Influencer mit Zehntausenden an Followern auf Instagram.

Ich steige aus dem Zug, ein paar Schritte. Da steht er nun. Groß, dunkle Haare, selbstverständlich gutaussehend. Aber vor allem: Dario empfängt mich in seiner Wahlheimat München mit der gleichen Freundlichkeit und Vertrautheit, als ob wir uns vergangene Woche erst das letzte Mal gesehen hätten. Der heute 31-Jährige fährt mit mir gemeinsam in ein Münchner Café. Dort erfahre ich die Geschichte hinter dem Kumpel von „nebenan“, dessen Gesicht in der Modebranche alles andere als unbekannt ist.

Die klassische Story des Jungen, der auf der Straße vom Designer entdeckt wird, gibt es bei Dario Carlucci nicht. „Ich habe mir alles hart erarbeitet“, erklärt er und der gewisse Stolz ist aus seinen Augen nicht wegzuleugnen.

Alles fing damit an, dass ein Freund ihn bat, als Model für dessen Fotos bereit zu stehen. Heute ist dieser Freund - Nico Soica - einer der erfolgreichsten Wedding-Fotografen Deutschlands. „Ich habe dann Bilder an alle Agenturen in Deutschland geschickt. Die Resonanz war dabei überraschend gut“, erzählt Dario weiter.

Die damals bekannteste Agentur Deutschlands hatte ihn dann 2010 unter Vertrag genommen. Von dort ging es auf der Leiter stets bergauf. Selbstverständlich Agenturwechsel und auch einige kurze Rückschläge mit inbegriffen. „Du hörst sehr oft Sätze wie ‚nein‘, ‚das reicht nicht‘, ‚du bist zu dünn‘ oder ‚du bist zu dick‘. Man braucht ein starkes Rückgrat, um den Weg nach oben zu gehen. Und ich bin mir sicher, dass ich noch etwas erfolgreicher hätte sein können, wenn ich nicht bei der ein oder anderen Sache klare Grenzen gezogen hätte“.

Dem Modeln verdankt Dario Carlucci enorm viel. Er kam auf der ganzen Welt herum. Von New York bis L.A., Mailand, Paris und in alle weiteren Modemetropolen der Welt. „Das Modeln hat mich auch durchs Studium gebracht. Wo Kommilitonen nächtelang an der Bar oder im Supermarkt geschuftet haben, hatte ich 2-3 Aufträge im Monat. Fertig. Alles bezahlt“, erzählt Dario. Was macht nun ein gutes Model aus? Der 1,86 m große Modellathlet hat darauf eine recht einfache Antwort: „Gute Ernährung, Sport und auf sich zu achten. Das sind die wichtigsten Grundpfeiler. Da passt der Satz: ‚Dein Körper ist dein Tempel‘ sehr gut. Ich war bereits als Kind Leistungssportler, was mir Vieles vereinfacht hat. Sport und Ernährung sind die Basis meines Lebens. Viele Models kämpfen um Ansehen aus einem Zwang heraus. Aus meiner Sicht ist das kein guter Antrieb. Wenn es für einen zur Arbeit wird und man es nicht verinnerlicht hat, ist der Weg nach oben umso schwieriger“.

Das hat Dario Carlucci auch als Personal Trainer, als welcher er einige Jahre tätig war, gemerkt. „Stress, Krankheit, Depressionen. Mit Sport lässt sich vielem vorbeugen. Die Menschen müssen es aber von innen heraus auch wollen. Das ist der Schlüssel“.

Als Model müsse man immer an sich glauben. Gleichzeitig aber auch nicht zu viel Hoffnungen reinstecken. In New York habe er teils täglich 20 Castings absolviert und 19 Mal überhaupt nichts mehr gehört. Der Alltag eines Models bestehe neben achtsamer Ernährung und Sport heute vor allem auch aus Kontaktpflege und der Pflege der Social Media Profile. „Das wird heute ein immer größerer Faktor“, so Dario, der mit mehreren Zehntausend Followern auf Instagram zumindest zu den „Micro“-Influencern zählt.

Gleichzeitig, dass man an sich glaube müsse, müsse man sich immer vor Augen führen, dass das Modeln auch „nur“ ein Business sei. „Du darfst nie was persönlich nehmen. Man ist konfrontiert mit Schönheit, Egos und mit Erfolg. Der Stressfaktor ist hoch, gerade auch, wenn man sich in Städten nicht auskennt und auf unfassbare Konkurrenz wie zum Beispiel in Mailand trifft“.

Und es ist ein weiter Weg nach oben. In New York lebte Dario monatelang in einer 14er WG mit drei Zimmern. „Wir haben auf Matratzen am Boden geschlafen. Ich habe dort alles erlebt. Und mich glücklicherweise nicht in den Bann ziehen lassen. Vielleicht war ich deshalb auch weniger im High-Fashion erfolgreich, sondern auf der Commercial-Schiene“. Dabei sind die Stile in den Metropolen der Welt komplett verschieden. In New York konnte man nicht mit dem gleichen Outfit ins Casting gehen wie in L.A. oder Mailand. Überall regiert ein anderer Modestil. „Zudem war auffällig, dass ein Stil, den ich 2015 in New York vorgefunden habe, erst ein Jahr später auch in Deutschland Trend war“.

Sein abgefahrenster Job? „Ich weiß nicht, ob das abgefahren war. Aber sicherlich komisch. Brooklyn. Lagerhalle. Ich in Unterwäsche. Mehrere Designer haben dann sieben Stunden lang Klamotten an mir abgesteckt. 450 Dollar. Nach Steuer und Agenturabgabe also quasi nichts mehr übrig. Das wars. Dann bin ich wieder nach Hause gefahren“, erzählt Dario, der auch sagt, er habe seine beste Zeit als Vollzeit-Model in Deutschland gehabt. Tolle Leute, schöne Aufträge, ehrlicher Umgang. „Ich kann auch nur jedem raten, zu versuchen, in der Sportmodel-Branche in Deutschland Fuss zu fassen“.

Sein Fazit: „Das Modeln gibt mir bis heute viel zurück. Ich habe Kontakte geknüpft, die mich immer weiterbringen werden. Freunde gefunden aus der ganzen Welt. Bin oft über meinen Schatten gesprungen. Habe klare Grenzen gezogen. Und sicherlich auch viel Geld für wenig Arbeit bekommen. Gleichzeitig braucht man eine Partnerin, die das Ganze mitmacht“, resümiert er.

Diese hat er heute gefunden. Gemeinsam verbindet sie das Modeln, das Reisen und vieles mehr. „Wenn der Auftrag reinpasst, stehe ich auch heute noch gerne vor der Linse. Aber ich fotografiere auch selbst gerne. Mit Mode habe ich in meinem Job heute täglich zu tun. Und über Social Media haben wir gemeinsam in letzter Zeit schöne Kontakte geknüpft und auch einige spannende Kooperationen an Land gezogen“, schwärmt Dario von seiner Lebensgefährtin und der aktuellen Lebenssituation.

Ich verlasse den alten Freund mit einem sehr guten Gefühl. Er ist immer noch der Alte. Strahlt aber eine ganz besondere Präsenz aus. Ein Typ, der einfach interessant und beachtenswert ist. Für GQ oder Cosmopolitan – und jetzt auch für Sie als Leserinnen und Leser im wd Magazin.


MEHR ZU DARIO CARLUCCI und seiner LEBENSGEFÄHRTIN auf INSTAGRAM unter:
@dariocarlucci + @shanice.mss

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