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Die Schneeflocke in der Lawine (Ad.)

Nachhaltigkeit im Alltag

- Advertorial - | Text: Benni Sauer

In Deutschlands Kleiderschränken hängen fünf Milliarden Kleidungsstücke. 80 Millionen Passagiere hoben letztes Jahr von deutschen Flughäfen ab. Die Universität Würzburg zeigt, dass in Tonnen gerechnet, Deutschland mehr Müll als Produkte aus dem Maschinenbausegment exportiert. 

Die Welt in der wir leben

Immer mehr. Immer schneller. Alle wissen wir vom Klimawandel, von immer knapper werdenden Ressourcen und immer größeren Müllbergen. Probleme, die uns schon längst über den Kopf gewachsen sind. Dabei gibt es clevere Lösungen, Ideen und Innovationen, mit der wir noch die Kurve kratzen könnten. Gäbe es da nicht ein Problem: „Keine Schneeflocke in der Lawine fühlt sich verantwortlich.“ Als Lawine, als Ganzes sehen wir und verantwortlich. Für massenhaften CO2-Ausstoß und irreparable Schäden an unserer Umwelt. Für verschwundene Gletscher und ausgerottete Tierarten. Für die Ausbeutung armer Länder, ohne die der Luxus der westlichen Welt undenkbar wäre. Doch die einzelne Schneeflocke, die locker leicht und unschuldig vom Himmel rieselt – was kann die schon dafür? Die Worte des polnischen Lyrikers Stanislaw Jerzy Lec verloren noch nie an Brisanz.

Der Winter ist da, der Rubel rollt besonders in den Skigebieten. Was gibt es Schöneres: morgens, direkt nach einer guten Tasse Kaffee, raus auf die Piste. Danach ein leckeres Mittagessen und abends wieder die Füße auf den heimatlichen Couchtisch legen. Der Autobahn sei Dank! Einhundert oder zweihundert Kilometer kommen da schon mal zusammen – für viele noch wesentlich mehr. Entscheidend ist dabei eigentlich nur der Geldbeutel. Der Kaffee am Morgen kam jedoch aus Vietnam. Und das Steak aus Argentinien hatte sogar mehr als 12.000 Kilometer hinter sich. Gäbe es diese Rindsviecher doch nur auch bei uns in den Alpen. Würde der Schnee doch einfach vom Himmel fallen und müsste er nicht den Sommer über konserviert werden, um ihn dann im Herbst, bei T-Shirt-Wetter auf dem Gras auszuwalzen. Wie schön und einfach es doch wäre. 

Und die An- und Abfahrt? 80% des CO2-Ausstosses für einen Skitag, sind unseren eigenen Autos und nicht Pistenraupen oder Schneekanonen anzulasten. Auto für Auto, Schneeflocke für Schneeflocke bildet sich so die Blechlawine. Wir müssen umdenken. Unser Verhalten prüfen und hinterfragen. Hippe Klamotten und immer das neueste Handy leisten wir uns doch auch. Warum dann nicht auch einen zeitgemäßen Lebensstil? 

Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?

Die beliebteste Ausrede! In Wirklichkeit ist der Komfort, der Überfluss erschwinglich geworden. Das ist auch das grundlegende Problem der Misere. Woher der Schnee auf der Piste kommt, ist zweitrangig. Der Flug ans Mittelmeer kostet mittlerweile nicht mehr als ein gutes Mittagessen. Doch wer nachrechnet, dem fällt auf: die Rechnung geht nicht auf! Denn der Dumping-Kampf wird auf dem Rücken unserer Umwelt ausgetragen. Unser Mobilitätswahn, ob privat oder beruflich, er geht quasi aufs Haus.

Hotels haben aber schon lange einen Trend erkannt: Fast überall ist ein nachhaltiger Aufenthalt möglich. Häuser versorgen sich oftmals selbst mit Elektrizität, regionale und - mindestens genauso wichtig -saisonale Küche ist angesagt. Selbst auf das Baumaterial wird mancherorts geachtet, wobei heimische Hölzer besonders gefragt sind. Oftmals kann auch Wasser effektiv eingespart werden, denn mit dem Abschmelzen der Gletscher, droht manchen Alpenregionen zukünftig Wassermangel! 

All-Inclusive hat dagegen kaum etwas mit Nachhaltigkeit zu tun. Verschwenderischer Überfluss ist Touristen heute eher ein Dorn im Auge. Das Bedürfnis bewusst zu leben wächst. Wer im Winter zu den Erdbeeren im Supermarkt greift, lässt sich dabei besser nicht vom Nachbarn erwischen! Reiseveranstalter setzen deswegen auf einen möglichst ökologischen Fußabdruck jedes einzelnen Touristen. bookitgreen.com beispielsweise bietet nur Unterkünfte an, die jeweils mehrere Kriterien erfüllen. Das beginnt bei einer nachhaltigen Bauweise und einhundert Prozent Ökostrom und endet bei Wassersparhähnen und frischen Handtüchern nur auf Nachfrage. Pro gebuchte Nacht wird außerdem ein Baum gepflanzt. Nachhaltiges Reisen ist einfach und außerordentlich effektiv, womit wir wieder bei der Schneeflocke sind. Denn Nachhaltigkeit ist keine One-Man-Show!

#flygskam

Jedoch gibt es derzeit keine wirklich gute Alternative für das Transportmittel Nummer eins: Das Flugzeug. Längere Strecken sind mit dem Auto oft nicht zu bewältigen. Eine Kreuzfahrt verursacht im Vergleich den dreifachen ökologischen Fußabdruck. Zusätzlich fliegen Passagiere oft trotzdem noch mit dem Flugzeug zum Startpunkt der Schiffsreise. 

Ein erstes Umdenken findet aber statt. Mancherorts greift sogar schon die „Flugscham“ um sich, was zeigt, dass wir uns heute mehr denn je mit dem Thema auseinandersetzen. Das schwedische Hashtag verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Heute braucht man schon wirklich triftige Gründe, um einen Flug zu rechtfertigen. Ausreden werden rar. Im skandinavischen Küstenstaat haben sich schon viele Prominente, Sportler, Künstler und Schauspieler dafür ausgesprochen, zukünftig auf Flugreisen zu verzichten. Das alles übrigens schon bevor Greta Thunberg die internationale Naturschutzbühne betrat. Neu hingegen ist ein anderer Trend: #tagskryt - der Zugstolz! 

Übrigens: Wer auf das Flugzeug nicht verzichten kann, muss nicht hilflos zusehen! Die Non-Profit-Organisation atmosfair bietet an, online die Treibhausgasemissionen von Flugreisen auszugleichen. Im Gegenzug werden Klimaschutzprojekte gefördert und durchgeführt. Für einen Flug innerhalb Europas, sind dafür nicht mehr als zwanzig Euro nötig. Es gibt also keine Rechtfertigung für Klimamuffel. Wer will, der kann! Weniger Flüge, dafür längere Aufenthalte helfen außerdem nicht nur der Umwelt, sondern auch uns Menschen: Stressige An- und Abreisetage werden minimiert, wir haben mehr von unseren wertvollen Urlaubstagen und kommen entspannter aus dem Urlaub zurück. 

Nachhaltige Kleider machen Leute

Wer glaubt, Flugreisen und Kreuzfahrten seien das größte Problem, der täuscht sich. Leider. Die Textilindustrie verursacht jährlich über eine Billionen Tonnen CO2. Das ist das Tausendfache des gesamten jährlichen Fracht- und Passagierflugverkehrs. Das am häufigsten verwendete Material ist dabei Polyester. Unsere Kleidung besteht schlicht und ergreifend aus Plastik. Teile davon gelangen zwangsläufig ins Wasser, als Mikroplastik in die Meere und somit auch wieder in unsere Körper. 

Baumwolle hingegen hat einen außergewöhnlich guten Ruf. Tatsächlich aber, ist die Herstellung der Wolle ein Desaster für die wasserarmen Regionen unserer Erde. Ganze Seen werden leergepumpt. Ein Kilo Baumwolle braucht mehr als das Tausendfache an Wasser. Teilweiße wird sogar von weitaus größeren Mengen berichtet. Neben dem massiven CO2-Ausstoß und dem Wasserverbrauch ist aber auch der Einsatz großer Mengen giftiger Chemikalien problematisch. Von verheerenden Arbeitsbedingungen auf der ganzen Welt ganz zu schweigen. Der riesige CO2-Fußabdruck eines Kleidungsstückes verdreifacht sich letztendlich noch, wenn es nach jeder Wäsche in den Trockner gesteckt und anschließend gebügelt wir. Trockner für Trockner. Schneeflocke für Schneeflocke.

Was aber ist dann heute noch tragbar?

Die Industrie hat nicht die Augen verschlossen, sondern sich dem Problem angenommen. Heute gibt es viele Alternativen für den Plastikboom. Dabei handelt es sich nicht einmal um neu erfundene Materialen, sondern ganz im Gegenteil um althergebrachte Rohstoffe. Hanf und Leinen sind einhundert Prozent abbaubar und trotzdem strapazierfähig. Auch ökologisch nachhaltige Kunstfasern können heute produziert werden. Für all das gibt es entsprechende Labels und Siegel. Glücklicherweise wächst hier das Bewusstsein. Vorreiter, wie der Outdoor-Bekleidungsspezialist Vaude, profitieren nicht nur, sondern ebnen den Weg und setzen Trends.

Immer mehr Unternehmen hissen die grüne Fahne und das nicht nur, um auf einen Zug aufzuspringen! Nachhaltige Arbeits- und Produktionsweisen kommen bei den Kunden außerordentlich gut an. In der digitalen Welt verbreiten sich derartige News wunderbar über soziale Netzwerke. Das Image wird aufpoliert und das Vertrauen in die Marke wächst, denn das Thema geht uns alle an. Nachhaltige erzeugte Produkte rechtfertigen außerdem einen höheren Preis. Wer zusätzlich noch Wasser, Strom, Papier und Betriebsstoffe einsparen kann, maximiert den Gewinn. Wer also seine Geschäfte bisher nicht der Umwelt zuliebe nachhaltig gestalten wollte, sollte seine Einstellung noch einmal überdenken. 

Aber führt der Weg auch in die richtige Richtung? Ökologische Textilien sind gut, CO2-Kompensionen fein. Doch eine wirklich signifikante Verbesserung ist nur dann möglich, wenn wir unser Verhalten ändern. Viele Modemarken überfüllen noch immer jedes Jahr aufs Neue den Markt mit neuen Kollektionen. Immer trendy, immer neu. Massenware! 

Dabei könnte die Wertschätzung unserer Kleidung eine ganz andere sein. Wer billig kauft, kauft zwei Mal! Ein teureres Kleidungsstück kostet aber nicht nur mehr, es kann auch mehr. Viel mehr: Es schont die Umwelt, unterstützt oft kleinere, regionale Betriebe, fördert keine menschenverachtenden Arbeitsbedingungen und überzeugt nebenbei durch eine viel längere Lebensdauer. Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und Fairness muss sich durchsetzen. Shirt für Shirt. Flocke für Flocke.

Ich denke, also bin ich verantwortlich

Wie war der Flug? Eigentlich eine blöde Frage. Früher war eine mehrtägige Reise eine anstrengende Unternehmung – die Frage nach deren Verlauf berechtigt. Heute steigt man in den Flieger, isst zu Mittag, schaut einen Film und kommt wenig später entspannt auf der anderen Seite der Welt an. Das ist keine Reise, nur ein Transfer. Globetrotter und Weltenbummler sollten hierüber nachdenken, bevor sie mit der puren Anzahl abgehakter Länder prahlen, wohlwissend, mit dem letzten Flug die Lawine ausgelöst zu haben. 

Der wichtigste Grundsatz, um nachhaltig zu leben und dem wir insgeheim schon lange folgen, ist Qualität statt Quantität. 

Nordamerika, vor einer halben Ewigkeit. Ich wollte den Kontinent kennenlernen, die Rockies und Alaska. Zugegebenermaßen bin auch ich über den Atlantik geflogen. Doch also ich wieder festen Boden hatte, beschaffte ich mir eine Mitfahrgelegenheit. Mehr als 10.000 Kilometer legte ich so zurück. Genaugenommen stieg ich nur in Fahrzeuge, die auch ohne mich gefahren wären. Eine, im wahrsten Sinne des Wortes, Erfahrung, von der ich heute noch viel zu erzählen habe. Ich lernte Land und Leute wirklich kennen, fand Freunde, bekam sogar Jobangebote. Eine echte Reise. Mit nichts zu bezahlen, außer Zeit. 

Ich war langsam unterwegs, hätte in der Zeit die halbe Welt sehen können. Habe ich aber nicht. Und das ist auch gut so. Qualität statt Quantität. Oder ist ihr Lieblingskleidungsstück ein billiges, cadmiumverseuchtes Shirt aus Bangladesh?

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