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 „Vom ersten Tag an gereizt“

Experte Tobias Sirch zum Trend Elektromobilität

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Er ist Chef von gleich vier Autohäusern im Allgäu und wurde – im positiven Sinne – schon das ein oder andere Mal als „Elektropapst“ angekündigt. Tobias Sirch, Geschäftsführer von Autohaus Sirch, ist ein absoluter Experte auf dem Gebiet der Elektromobilität, hat das Thema im eigenen Unternehmen schon vor Jahren in den Fokus gerückt und ist deshalb der optimale Gesprächspartner für uns, um Ihnen den Bereich E-Autos einmal kurz näherzubringen.

wd: „Herr Sirch, zunächst Danke, dass Sie sich für das Interview bereitstellen. Sie haben das Thema Elektroauto in Ihrem Unternehmen schon lange in den Fokus gerückt. Wo waren die Anfänge und was sind die Gründe gewesen?“

Tobias Sirch: „Im Jahr 2009 hat der erste unserer drei Hersteller ein E-Auto herausgebracht. Mich hat das Thema vom ersten Tag an gereizt und überzeugt. Wir haben dann recht schnell unsere Mitarbeiter geschult, Aufklärungsarbeit geleistet und den Menschen die Hemmschwelle genommen. Seit sechs Jahren bilden wir System- und Hochvolttechniker aus. Renault ist 2011 so richtig in die E-Schiene eingestiegen und stellt mit dem ZOE eines der meistverkauften E-Autos auf dem Markt.“

wd: „…und welche Hemmschwellen mussten beispielsweise abgebaut werden?“

Tobias Sirch: „Einerseits ist oder war das Thema neu. Da ist die Hemmschwelle immer da. Allerdings muss man sagen, dass der Verbrennungsmotor die vergangenen 100 Jahre extrem gepusht wurde. Vor dem Verbrennungsmotor gab es ja schon E-Motoren. Und die waren auch damals schon gut und sinnvoll. Das Thema Reichweite und Lademöglichkeiten bedarf ebenfalls Überzeugungsarbeit. Der Deutsche fährt im Schnitt täglich 40 Kilometer mit dem Auto. Die E-Autos haben heute eine theoretische Reichweite von teils 400 Kilometern. Für den Alltag ist ein E-Auto also rein rechnerisch für viele schon ohne Probleme mit der Reichweite versehen.

wd: „Zudem wird das Netz an Ladestationen ja auch immer dichter…“

Tobias Sirch: „Ja genau. Wenn ich eine längere Route plane, zeigt mir mein E-Auto zunächst die Kompatibilität mit der Reichweite an. Sollte diese vermutlich nicht ausreichen, werden automatisch Ladestationen bzw. mögliche Lademöglichkeiten angezeigt. Hier stehen bereits heute schon über 7000 öffentliche Ladestationen bereit. In den meisten Fällen wird eine Ladekarte benötigt. Es gibt aktuell zwei führende Anbietersysteme bzw. Abrechnungsmöglichkeiten, was auch dieses Thema enorm vereinfacht. Ich kann nur aus unserer Erfahrung heraus sagen, dass unsere Kunden teils schon bis Südfrankreich oder an die Nordsee mit dem E-Auto unterwegs waren und durchweg positiv berichtet haben. Zudem ‚tanken‘ die meisten Menschen am Ende eh zuhause. In Kombination mit einer PV-Anlage auf dem Dach habe ich als E-Auto-Fahrer also auch hier klare Vorteile.

wd: „Welche weiteren absoluten Vorteile sehen Sie für die Kunden?“

Tobias Sirch: "Ein Elektroauto fährt zunächst emissionsfrei und stößt beim Gebrauch keinerlei Abgase aus. Zudem fährt man fast geräuschlos und logischerweise ohne Gangwechsel. E-Autos haben zudem ein sofortiges, maximales Drehmoment und bringen all ihre Kraft ohne Turboloch direkt auf die Straße. Das sind mal einige der ,smarten' Faktoren. Am Ende hat der Kunde - nicht zuletzt dadurch, dass es heute Förderungen und eine Elektroprämie beim Kauf gibt - gleiche Anschaffungskosten wie bei einem Auto mit Verbrennungsmotor, aber deutlich weniger Wartungs- und Verschleißkosten, weniger Bremsverschleiß durch Rückgewinnung von Energie beim Bremsen und 1/3 an Ladekosten im Vergleich zu einer Kraftstoffbetankung. Zudem ist man von der KfZ-Steuer befreit. Ab 2019 sollen Dienstwagenfahrer von Elektroautos und Plug-in Hybriden zudem nur noch 0,5 Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil für die Privatnutzung versteuern. Das Laden von E-Fahrzeugen beim Arbeitgeber wird nicht als Geldwerter Vorteil angerechnet und ist somit von der Einkommensteuer befreit. Man spart also einfach auch unter dem Strich jede Menge Geld."

wd: „Was bringt die nahe Zukunft rund um die Elektromobilität?“

Tobias Sirch: „Aus der Sicht der Hersteller ist die Elektromobilität ein wichtiger Bestandteil des Flottengeschäfts und der Modellpolitik. Durch die Beschlüsse in den einzelnen Länderregierungen müssen Hersteller immer striktere Auflagen und Vorgaben einhalten. Insbesondere die zulässigen CO2-Ausstöße werden in der Zukunft immer niedriger und für die Hersteller fast unmöglich einzuhalten. Der ‚Diesel-Skandal‘ lässt grüßen. Durch die Elektromobilität, in ihren verschiedenen Formen, werden diese Werte realistischer. Durch rein elektrische Fahrzeuge kann dieser Wert drastisch und positiv gesenkt werden. Die Zukunft ist also aus meiner Sicht elektrisch. Alle Hersteller versuchen gerade nachzulegen. Wir sind in der glücklichen Lage, mit unseren Partnern Mitsubishi und Renault zwei der führenden Hersteller anbieten zu können. Aktuell haben wir ein Plug-In und vier Elektroautos im Portfolio. Die Zahl wird in den nächsten drei Jahren auf acht rein elektrische Fahrzeuge steigen. Wir sind dadurch noch breiter aufgestellt, das vom Klein- bis zum Mittelklassewagen. Auch für Gewerbekunden wird das Thema natürlich immer interessanter. Den ZOE zum Beispiel gibt es schon ab 89 Euro Monatsleasing. Das Thema ist also für privat und geschäftlich extrem attraktiv.

wd: „Danke für die spannenden Einblicke.“

Interview: Marcel Reiser

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